Am nächsten Morgen geht unsere Entdeckungstour weiter. Vom Platz des 16. November laufen wir direkt weiter zum Hassan-Turm und dem danebenliegenden Mohammed-Mausoleum. Das Gelände und das Mausoleum werden von Gardesoldaten bewacht. Das Mausoleum ist innen komplett mit Mosaik und Gold besetzt und sehr beeindruckend. Hier gibt es auch eine der wenigen öffentlichen Toiletten in Marokko. Wir haben Glück und erleben sogar das „Changing of the Guards“, welches aber nicht annähernd so spektakulär ist wie beispielsweise in London. Dafür sind wir die einzigen Zuschauer und es stehen immer immer zwei gleichfarbige Pferde nebeneinander. Über die Hassan-II-Brücke laufen wir nach Salé. Wir gehen durch die Stadtmauern und holen uns beim erstmöglichen Stand Brot und Brioche als Frühstück. Der Souk ist erst zum Teil geöffnet, Souvenirs sucht man hier vergeblich. Auf dem Lebensmittel-Souk gibt es viel frischen Fisch. Da wir aber keine Spülmöglichkeit am Stellplatz haben, sparen wir uns das lieber.

Nach einer Runde entlang der Stadtmauern gehen wir in das neue Stadtviertel „La Marina“: Auf den ersten Blick ist es eine große Baustelle, in die noch niemand eingezogen ist. Wenn man dann allerdings eine Straße weiter Richtung Ufer geht, wird aus der Baustelle eine verhältnismäßig belebte Promeande. In einem Café trinken wir einen Cappuccino getrunken schlendern schließlich über den „Kai der Kreativen“. Von dort lassen wir uns mit einer Sammel-Barke (2,50 DH) zurück nach Rabat rudern.
In unmittlbarer Nähe des Stellplatzes steigen wir aus und gehen zum Parkwächter um ihm klarzumachen, dass wir gerne ein paar Stunden länger bleiben wollen. Er will dafür allerdings weitere 60DH haben, weil ein Caravan ja größer ist als ein PKW und man nur 24 Stunden buchen kann. Für alle anderen kostete das Parken mit unbegrenzter Dauer 5 DH. Muss man nicht verstehen…
Wir gehen trotzdem nochmal in die Medina zum Souvenirshopping, klappt aber unter Zeitdruck nicht so richtig gut. 5 Minuten vor Ablauf unserer 24 Stunden verlassen wir den Parkplatz.und parken auf dem Nachbarparkplatz. Wir stellen fest, dass wir, wenn es sein muss,scheinbar doch innerhalb von ein paar Minuten abfahrbereit sind.
Auf der Suche nach einer Toilette auf dem Souk verzweifeln wir fast, fragen letztendlich in einem Restaurant nach und haben Glück, dass es dort eine (!) Toilette gibt. Zum MIttag holen wir uns jeweils einen marokkanischen Döner, der schon gestern so gut gerochen hat. Saskia macht nach dem ersten Bissen allerdings den Fehler mal reinzugucken und hat prompt auch keinen Appetit mehr. Er besteht aus Hühner-Innereien mit Zwiebeln und Reis. Jan isst seinen tapfer auf, will den zweiten aber auch nicht mehr.
Endlich kaufen wir unser erstes Souvenir: Teegläser. Bei handgemalten Gläsern darf scheinbar auch mal das Muster Flecken haben, sagt zumindest der Händler. Wir bestehen trotzdem darauf uns die schönsten 6 Gläser aussuchen zu dürfen. Den Preis können wir leider nur von 120 DH auf 100 DH runterhandeln.
Als nächstes kauft Saskia drei Windlichter bei einem Lampenhändler. Hier klappt das Handeln schon viel besser und sie zahlt für alle drei 150 DH statt die verlangten 240 DH. Diese WIndlichter waren ihr vorher schon bei einem anderen Laden aufgefallen, da sollten sie aber 150 DH pro Stück kosten.
Den Nougat-Bruch, den wir dann erstehen, hätten wir uns im Nachhinein auch sparen können. Bei einem der vielen Stoffhändler nehmen wir nach langem Überlegen 7 Meter Stoff für 140 DH mit. Wir haben noch keine richtige Verwendung dafür, aber er ist so schön, dass wir ihn nicht dalassen können.
Vorsichtshalber nehmen wir auch nochmal Brot mitgenommen, das kann man immer mal gebrauchen, dann beenden wir unsere Shoppingtour.
Mit dem Feierabendverkehr in der Dämmerung verlassen wir Rabat. An der nächsten Tankstelle tanken wir mal wieder voll (750 DH). Der freundliche Tankwart putzt währenddessen die Windschutzscheibe und Spiegel/Seitenscheibe, sodass er sich auf noch ein paar extra Dirham verdient.
Statt zu unserem ursprüngliches Ziel nach Khenitra zu fahren, entscheiden wir uns auf der Fahrt dazu, nach Moulay-Busselham weiterzufahren. Der dortige Campingplatz soll besser sein und die Autobahn lässt sich auch nachts relativ gut fahren. Wir erreichen den Campingplatz gegen 19:45 Uhr. Dort stehen schon einige deutsche und französische Wohnmobile. Es gibt warme Duschen und, da der Campingplatz direkt an einer Lagune liegt, viele große Mücken. Die Wasserpumpe lässt sich durch Handauflegen reparieren. Zum Abendessen gibt es Gulasch mit Knödeln und den restlichen Wein.

 

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