Für 2 DH bekommen wir beim Brotverkäufer direkt auf dem Platz ein Brot. Er verkauft auch Muscheln und Tajines, aber angesichts der Uhrzeit verzichten wir.
Der Internetempfang hier erlaubt es uns sogar, unseren Freund Arne per Video-Chat zum Geburtstag zu gratulieren.
Wir halten spontan beim Souk im Ort an, irren dann etwas planlos darüber. Eigentlich brauchen wir ausnahmsweise mal nichts. Es ist sehr matschig und wir hüpfen von einer Insel zur nächsten. Nicht, dass wir mit unseren bloden Schöpfen schon genug auffallen würden… Für die Überquerung des Marktes wären Gummistiefel das deutlich sinnvollere Schuhwerk gewesen. Es gibt hauptsächlich Alltagswaren, aber auch Wellblech vom LKW und Holzbalken. An einem Stand werden live Hühner geschlachtet. Wir finden sogar zwei Friseure, aber keinen einzigen Stand mit Touristenkram. Mit 2 kg Mandarinen (6 DH) und frischem Brot geht es dann weiter.
Nach ca. 15 km Landstraße erreichen wir das erste Mal die marokkanische Autobahn. Außer uns scheint diese aber keiner zu nutzen und wir kommen wesentlich schneller voran als sonst. Ab uns zu begegnen wir einem Fußgänger auf dem Mittel- oder Seitenstreifen. Scheinbar muss man damit immer rechnen.
Da wir unser zweites Hörbuch nur auf dem Handy haben, der Einbau eines Radios mit Bluetooth allerdings noch auf sich warten lässt, baut Saskia aus einem Topf und Deckel einen improvisierten Verstärker für Mini-Lautsprecher, den wir haben. Er funktioniert erstaunlich gut.
Die Straßenschilder sind teilweise nur auf Arabisch und Berber, trotzdem kommen wir gut in Rabat an.
Auf der Anfahrt zum anvisierten Parkplatz in Rabat geraten wir in den Feierabendverkehr auf der Hauptstraße (N1). Die Verkehrsführung ist unübersichtlich und wenig nachvollziehbar und so staunt Jan nicht schlecht, als er irgendwann auf einmal auf der Gegenspur steht. Allersdings ist er da nicht der Einzige. Mit ein bisschen Hupen und einer großen Portion Mut kommen wir schließlich h, auch wenn die Verkehrsführung meistens eher weniger Sinn macht. Der Parkplatz befindet sich direkt an der Strandpromenade und der Medina und kostet 60 DH für 24 Stunden.

Wir parken und machen uns dann direkt wieder auf den Weg. Unterwegs rufen wir noch kurz bei Saskias Familie an, schließlich ist ja Heiligabend. Die sind grade beim Kaffeetrinken und freuen sich sehr über das kurze Gepräch.
Die Kasbah Ouadaya können wir uns nur von außen anschauen, da sie momentan geschlossen ist. Hier ist auch gleich der einzige touristische Ort in Rabat (Henna-Malerei wird überall angeboten, Rosenverkäufer, …). Auf einer Terrasse dahinter hat man eine herrliche Aussicht auf den Atlantik und kann sehnsüchtig den Surfern zuschauen.
Wir folgen der Küste bis zum Leuchtturm und schlendern anschließend den Berg hoch zur Moschee. Dort sind wir dann wieder innerhalb der Stadtmauern und in der verhältnismäßig unübersichtliche Medina. An das
planlose Herumgelaufe sind wir ja schon gewöhnt und genießen, dass sich in Rabat fast kein Mensch für die anwesenden Touristen interessiert, sodass wir uns sogar trauen, nach einigen Souvenirs zu schauen.
In einem Café an der Promenade trinken wir Cappuccino und nutzen die Gelegenheit, eine Toilette auszusuchen. Weil wir grad in der Nähe unseres Autos sind, holen wir unsere Jacken, unterhalten uns kurz mit den neu angekommenen Deutschen und machen uns dann auf den Weg, um ein schönes Restaurant für unser Weihnachtsessen zu finden.

In der Medina selbst gibt es kaum Restaurants, also wagen wir uns in die Neustadt, wo wir nach einigem Suchen noch ein recht vielversprechend aussehendes Restaurant finden, in dem viele Einheimische sitzen.
Die Bestellung der Getränke klappte noch problemlos. Nachdem wir uns jedoch für Fisch entschieden haben – wir sind ja schließlich an der Küste -, gibt der Kellner uns dann zu verstehen, dass es Fisch nur zum Mittag gibt. Vielleicht wäre es ja eine Idee, das einfach in die Karte zu schreiben. Von den zwei Tajinen mit Rinderfleisch und Trockenpflaumen, die wir bestellen, können wir dann doch nur eine bekommen. Also ändern wir also die Bestellung ein weiteres Mal. Zum Glück kommt der Salat als Vorspeise auch wirklich vorher. Zum Abschluss trinken wir noch einen Tee und bummeln wieder durch die Medina zum Auto zurück.
Schnell noch Jans Familie mit Weihnachtsgrüße beglücken und anschließend machen wir noch eine kleine Bescherung. Zur Feier des Tages gibt es einen Schokonikolaus, den wir extra für diesen Tag aufgespart haben und ein Glas Wein. So wirklich Weihnachsstimmung ist allerdings den Tag über nicht aufgekommen. Die Wasserpumpe hat ihren Geist aufgegeben und es kommt kein Wasser mehr raus. Das wird aber auch bis morgen warten können.Die Nacht ist ziemlich laut und gut beleuchtet, irgendwann wird aber endlich doch noch etwas ruhiger.

 

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