Heute steht die Führung durch die Kasbah am Campingplatz an. Wir stehen so auf, dass wir noch gemütlich frühstücken und duschen können. Um 10 Uhr sind wir wie verabredet fertig, von unseren Begleitern ist aber erstmal nichts zu sehen. Irgendwann kommt Johnny zu uns hinübergeschlurft und meint, wir würden uns dann um 11 Uhr zur Führung treffen?!? Es stellt sich heraus, dass die beiden auch nach vier Monaten in Marokko ihre Uhren nicht umgestellt haben, weil „man ja sonst immer durcheinander kommt“. Nun gut…
Um 11 Uhr kommt dann wie verabredet unser Guide, wir schätzen ihn auf etwa 16 Jahre. Er spricht allerdings kein Deutsch, also ziehen wir die Führung auf Englisch durch. Das ist zwar auch nicht gut, aber immerhin bekommen wir so die Hälfte mit. Unsere Begleiter verstehen aber kaum Englisch und so müssen wir ziemlich viel übersetzen. Das wird dann meistens kommentiert mit „Ja, des hab i auh g’lesen“… Vom höchsten Punkt der Kasbah hat man einen atemberaubenden Blick über das ganze Tal. Immer wieder beeindruckend, wie sich im gesamten Tal ein Palmenhain bildet, obwohl man teilweise nicht mal Wasser fließen sieht.
Leider sind die ursprünglich geplanten anderthalb Stunden Führung nach 40 Minuten schon vorbei. Es war trotzdem sehr interessant, solch ein Gebilde mal von innen zu sehen, auch wenn an diesem Exemplar noch einiges zu tun ist.

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Nach der Führung packen wir dann unsere Sachen wieder zusammen und machen uns auf den Weg. Als wir gerade losfahren, kommt ein weiteres deutsches Wohnmobil an und ratet mal, wer schon beim Aussteigen parat steht…

Unser nächstes Ziel ist M’Hamid, von dort aus soll es in Richtung Erg Chigaga gehen. Ab Tamagroute ist die Straße nur noch mehr oder weniger einspurig und hat dafür einen ziemlich breiten Randstreifen. Bei Gegenverkehr darf immer derjenige auf dem Asphalt bleiben, der länger die Nerven behält… Unser Auto frisst viel Staub und Schotter auf diesem Streckenteil, irgendwie sind die meisten Marokkaner da schmerzbefreiter als wir. Immer wieder sehen wir Dromedar-Warnschilder und normalerweise sind die Dromedare dann auch nicht weit weg… Supermärkte und sonstige Läden sind in allen Dörfern immer seltener bis gar nicht anzutreffen und die Landschaft wird immer karger.

In M’Hamid angekommen entscheiden wir uns für die Kasbah Sahara Services. Das Hotel, der angeschlossene Campingplatz und die ebenfalls zugehörige Agentur werden im Reiseführer empfohlen. Hier soll man auch eine Tagestour ins Erg buchen können. Der Empfang ist wie gewohnt herzlich, es gibt den üblichen Tee und wir brauchen nicht mal unsere Pässe zu zeigen. Der „Campingplatz“ ist der Knaller: Wir fahren außen an der Hotelanlage vorbei und werden durch ein hinteres Tor reingelassen. Der Platz besteht nur aus einem riesigen Schotterparkplatz, der wiederum durch ein weiteres Tor von der Hotelanlage getrennt wurde. Naja, wir haben schon eingecheckt und es wird schon reichen. Wir machen uns erst einmal ein Curry zu Essen und versuchen unser Internet zu nutzen. Das funktioniert gar nicht, weil wir nicht einmal Empfang haben. Wir haben wohl den falschen Telefonanbieter gewählt… Also beschließen wir, uns nochmal im Hotelbereich niederzulassen, dort haben wir ein paar Reiseführer gesehen und es gibt WLAN. Das funktioniert allerdings auch nicht, da es „zu windig“ ist. Also lassen wir uns vom Chef beraten, was es denn für interessante Tourangebote gibt. Letzendlich entscheiden wir uns für eine Tour mit Übernachtung und Kamelreiten, da es nur 100 DH teurer ist, als ein reiner Tagesausflug ins Erg Chigaga. Wir blättern noch etwas in den ausliegenden Reiseführern und stellen dabei fest, dass der Name unserer gewählten Unterkunft vor allem in den Büchern von Edith Kohlbach ziemlich häufig erwähnt wird… Der nächste Tag verspricht aufregend zu werden, daher gehen wir relativ zeitig ins Bett.

 

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